Durch falsche Lagerung können Schäden an Reifen entstehen. Dies kann nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden. Die Schäden sind nicht immer sofort sichtbar und zeigen sich meist erst auf der Straße, wenn es bereits zu spät sein kann. Um dies zu vermeiden, liefern wir Ihnen heute einen wichtigen Beitrag zur korrekten Lagerung von Motorradreifen.

Wann die Reifenpflege beginnt

Mit Auslaufen des Oktobers neigt sich für viele Biker die Motorradsaison dem Ende. Der November leitet häufig Wetterumschwünge ein, anhaltende Kälte wird durch Regen begleitet. Die Straßen werden rutschig und der Nebel schränkt das Sichtfeld ein. Aus Sicherheitsgründen nehmen alle Hobbypiloten ihre Motorräder rechtzeitig von der Straße und wappnen sie für die Winterruhe.

(Bild 1: Monoar / Pixabay.com)

Häufig bleiben die Räder dann mehrere Monate unter Verschluss, ohne in Benutzung zu sein. Reifen wollen gefahren werden und zeigen einem spätestens zu Beginn der neuen Saison die Folgen des langen Stillstands auf. Im Frühjahr aber will man wieder auf die Piste und die Winterreifen für das Motorrad haben ausgedient. Ob eigenständig oder durch den Fachmann, für unsere Leser steht bald der Radwechsel an.

Gefahren für den Motorradreifen

Gummi als Material ist extrem empfindsam. Auf der Straße wird es zum Träger von großen Mengen Gewicht und Speed. Weil es so sehr strapaziert wird, müssen wir besonders rücksichtsvoll und sensibel mit ihm umgehen.

Feuchtigkeit führt dazu, dass sich Blasen in den Reifenwänden bilden und die Struktur dauerhaft verformen. Motorradreifen altern schneller, wenn sie Licht oder Wärme ausgesetzt sind. Die Folge: Das Gummi wird zu hart und spröde und weist im schlimmsten Fall Risse auf. Das Material ist so empfänglich für äußere Reize, dass schon kleine Unachtsamkeiten schwere Folgen nach sich ziehen können.

Motorradreifen im Keller lagern

Als Grundsatz gilt, die Reifen dunkel, trocken und kühl zu lagern. Die Räume müssen geschlossen, aber dennoch gut belüftet sein. Werkstätten und Autohäuser bieten entsprechende Räumlichkeiten an, dies ist natürlich mit Kosten verbunden. Wer darauf verzichten möchte, greift wohl auf den eigenen Keller zurück.

Motorradreifen ohne Felge lagern

Aufgrund der Anfälligkeit darf das Material nicht in direkten Kontakt mit Plastik oder anderen Kunststoffen gebracht werden. Öle und Putzmittel können die Beschaffenheit und Mischung des Gummis verändern. Anstelle von Abdeckplanen benutzen Sie besser Baumwolllaken.

Im eigenen Keller befindet sich oft Equipment, welches  dem Material zusätzlich schaden kann. Lagern Sie die Reifen am besten hängend, um diesen Kontakt so gering wie möglich zu halten – nicht jeder Kellerraum bietet jedoch die Möglichkeit dafür. Alternativ können Sie einen stabilen Felgenbaum nutzen.

Sie können Ihre Motorradreifen auch ohne Felgenbaum lagern. Allerdings sind die Reifen dann weniger stabil und sollten nicht liegen oder hängen. Stellen Sie die Motorradreifen ohne Felgen in ein offenes Regal, welches durchlüftet ist. So vermeiden Sie am besten drohende Materialdeformierung.

Unterschätzen Sie niemals die Schwerkraft im Zusammenhang mit der Lagerung von Motorradreifen. Egal für welche Art der Lagerung  Sie sich entscheiden: Erhöhen Sie den Reifendruck um ca. 0,5 bar. Durch die lange Einlagerungszeit entweicht Luft. Sowohl das Eigengewicht der Reifen wie auch die Masse der gesamten Maschine üben Druck auf die Lauffläche der Reifen aus. Je mehr Belastung auf den Reifen liegt, umso schneller verformen sie sich.

(Bild 2: rawpixel / Unsplash.com)

Die richtige Pflege für den Motorradreifen

Befreien Sie die Reifen vor der Einlagerung zwingend von Schmutz, damit sich kleinste Partikel nicht festsetzen und zu Verformungen beitragen.

Markieren Sie  die Laufrichtung der Reifen. Auch wenn es sich im Vergleich zum Auto nur um zwei Räder handelt, versehen Sie am besten den vorderen und hinteren Motorradreifen mit einem Kürzel.

Kontrollieren Sie die Profiltiefe der Motorradreifen. Die Reifen erfahren ständigen Druck und Reibung. Beim Fahren wirken auf das Motorrad enorme Geschwindigkeiten und Kräfte ein. Die Räder unterliegen somit  einem hohen Abrieb. Je weniger Grip dadurch vorhanden ist, umso instabiler wird das Fahr- und Bremsverhalten. Eine Profiltiefe von 1,6 mm ist gesetzlich vorgeschrieben. Denken Sie ab einem Wert von unter 4 mm aber im kommenden Jahr über neue Reifen nach.

Tauschen Sie nach spätestens acht Jahren die Reifen von Ihrem Motorrad komplett aus. Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke hilft Ihnen dabei, das Alter Ihrer Reifen zu bestellen: Die Zahlen geben Kalenderwoche und Jahr an, in denen der Reifen hergestellt wurde.

Checkliste für die Lagerung von Motorradreifen

Fahrspaß und Sicherheit beginnen bereits bei der richtigen Instandhaltung. Sorgen Sie für das höchste Maß an Sicherheit und halten Sie Ihre Kosten für etwaige Strafen gering. Wenn Sie unsere Zusammenfassung beherzigen, werden Sie längerfristiger die Freiheit des Motorradfahrens genießen können:

  • Räder rechtzeitig wechseln
  • Dunkel, kühl und trocken lagern
  • Direkte Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit vermeiden
  • Ohne Felgen nur stehend lagern
  • Mit Felgen einen Felgenbaum nutzen
  • Vor sämtlichen äußeren Reizen bewahren
  • Mit Baumwolllaken abdecken
  • Reifendruck um 0,5 bar erhöhen
  • Gereinigt einlagern
  • Profiltiefe von 1,6 mm beachten
  • Nach acht Jahren Reifen komplett austauschen

Fazit

Das Material von Motorradreifen ist sensibler als wir glauben. Durch das Gewicht der Karosserie und der Geschwindigkeit lasten während des Fahrens enorme Kräfte auf dem Gummi. Doch auch wenn die Reifen nicht benutzt werden, sind sie äußeren Reizen ausgesetzt. Richtige Lagerung stellt die ersten Weichen bei der Lebenszeitverlängerung eines Motorradreifens. Welche Möglichkeiten Sie haben und was es zu beachten gilt, haben wir Ihnen in diesem Artikel noch einmal zusammengefasst.

Bildquellen

Bild 1: https://pixabay.com/de/bmw-fahrzeug-fahrt-fahrrad-reise-1313343/

Bild 2: https://unsplash.com/photos/sIo9uD7w7ck?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText

 

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